Was eine Lederversiegelung im Auto schützt und was nicht
Daniel von Detailing1 |
SONAX
PROFILINE Microfibre Wash Mikrofaserwaschmittel
Microfibre Wash — Waschmittel für Mikrofasertücher
INNOVACAR
"SM" Micron Shampoo Mikrofaser-Waschmittel
Schonendes Waschmittel für Mikrofasertücher und Polierpads
D-CON
Microfiber-Wash-Rejuvenator Mikrofaser-Waschmittel
Mikrofaser-Waschmittel für saubere und weiche Tücher
CarPro
"MFX" Microfiber-Detergent Mikrofaser-Waschmittel
Effektive Reinigung für Mikrofasertücher
Was ist Mikrofaser-Waschmittel? Ein flüssiges Spezialwaschmittel für Mikrofasertücher, gebaut gegen Rückstände aus Wachs, Politur, Detailer und Coating. Hat ein Tuch nur Wasser und Glasreiniger gesehen, reicht oft ein zusatzfreies Flüssigwaschmittel. Das Waschmittel ersetzt das sortenreine Waschen in keinem Fall.
Mikrofaser-Waschmittel ist ein flüssiges Spezialwaschmittel, mit dem du Mikrofasertücher und je nach Hersteller auch Polierpads wäschst. Die Hersteller entwickeln es gegen das, was im Flor hängen bleibt: Öle, Wachse sowie Reste von Politur, Detailer und Coating. Ein Tuch nimmt Schmutz über feine Zwischenräume zwischen den gespaltenen Fasern auf. Sind diese Zwischenräume belegt, saugt es schlechter und gibt die Reste beim nächsten Wisch an Lack oder Scheibe zurück.
Praxistipp von Detailing1: Nennen Waschmittel und Tuch-Etikett verschiedene Temperaturen, gilt die niedrigere Angabe. Ein Tuch, das bis 60 °C freigegeben ist, wäschst du mit einem Mittel, das 30 °C vorgibt, bei 30 °C, und ein Tuch mit 40-Grad-Etikett bleibt bei 40 °C, auch wenn das Waschmittel mehr erlaubt. So bleibt die Hitze in dem Bereich, den beide Hersteller für ihre Seite freigeben, und die Faserenden bekommen nicht mehr ab als nötig.
Mikrofaser-Waschmittel ist laut Herstellern für Tücher gedacht, in denen Wachs, Polituröl, Detailer oder Coating stecken, also Pflegereste mit fettiger oder wasserabweisender Basis.
Du merkst das Problem am Tuch, bevor du es verstehst. Es schiebt Wasser vor sich her, statt es zu ziehen, fühlt sich steifer an als am ersten Tag und hinterlässt auf der Scheibe Schlieren, obwohl der Glasreiniger stimmt. Steife, weniger saugfähige Tücher, die schmieren: So beschreiben Wasch-Tutorials und Forenbeiträge das Problem.
Der Grund liegt im Material. Mikrofasertücher bestehen aus gespaltenen Polyester- und Polyamidfasern, und der Polyesteranteil nimmt Öle und Fette gut auf. Genau das macht ein Tuch beim Abnehmen von Politur so brauchbar, und genau deshalb bleibt davon etwas in der Faser. Wie ein Tuch aufgebaut ist und worin sich die Bauarten unterscheiden, steht ausführlich bei den Mikrofasertüchern.
CarPro nennt für sein Mittel ausdrücklich Öle, Wachse und Schmutz als Ziel. Zusammen mit SONAX, The Rag Company und Liquid Elements ergibt sich das Zielbild der Spezialmittel: Rückstände aus Wachs, Polituröl, Detailer, Trockenhilfe und Coating. Weichspüler und Trocknertücher bleiben draußen, weil sie dieselben Zwischenräume mit einem Film belegen, die das Waschmittel freispülen soll.
Das Spezialwaschmittel gehört in die Maschine oder in den Eimer, nicht auf das Auto. Trotz des Namens ist Mikrofaser-Waschmittel kein Shampoo für die Karosserie. Für die Wäsche am Fahrzeug bleibt das Autoshampoo zuständig, für den Tuchstapel danach das Waschmittel.
Die Spezialwaschmittel arbeiten nicht alle gleich: SONAX setzt laut Sicherheitsdatenblatt auf eine alkalische Rezeptur und INNOVACAR auf Enzyme für niedrige Temperaturen.
Alkalisch heißt beim SONAX-Mittel ein pH-Wert von 10,5 bis 11, also deutlich basischer als Leitungswasser. Basische Lösungen greifen Fette und Öle stärker an als neutrale, das Prinzip kennst du vom Fettlöser in der Küche. Im Tuchstapel bedeutet das: Fettige Politur- und Detailer-Reste gehen eher in die Waschlauge über. SONAX selbst beschreibt das Ergebnis als gründliche Reinigung, die Flauschigkeit und Saugvermögen erhält.
Enzyme sind Eiweiße, die bestimmte Verschmutzungen biochemisch aufspalten, statt sie mit Hitze zu lösen. Praktisch heißt das: Das Mittel braucht weniger Temperatur, um zu arbeiten. INNOVACAR baut sein enzymverstärktes Waschmittel genau darauf und gibt höchstens 30 °C vor. Auch D-CON wird im Handel als enzymatisch beschrieben, eine offizielle Herstellerangabe dazu haben wir nicht gefunden.
Laut Inhaltsstoffangabe im Sicherheitsdatenblatt enthält das SONAX-Mittel Seife, anionische Tenside und Duftstoffe. Tenside sind waschaktive Moleküle mit einem fettliebenden und einem wasserliebenden Ende: Sie legen sich um Fettreste und tragen sie ins Spülwasser. Für dich heißt das: Auch ein Spezialmittel arbeitet mit bekannter Waschchemie, sein Unterschied liegt in Rezeptur, Dosierung und den Vorgaben für Temperatur und Schleudern.
Welcher Typ zu dir passt, hängt deshalb weniger an der Marke als an zwei Fragen. Was steckt im Tuch, und welche Temperatur verträgt es? Ein alkalisches Mittel bei 40 °C und ein enzymatisches bei 30 °C verfolgen dasselbe Ziel auf zwei Wegen. Beide setzen voraus, dass die Tücher nach Einsatz sortiert in die Trommel kommen.
Für Tücher, die nur Wasser, Glasreiniger oder leichten Innenraumstaub gesehen haben, halten Meguiar's in seinem Produkttraining und ZOLLNER ein zusatzfreies Flüssigwaschmittel oft für ausreichend.
Die Gegenposition sind die Hersteller der Spezialmittel mit dem oben beschriebenen Zielbild. In der Detailing-Community ist die Frage gespalten. Ein Teil wäscht mit duft- und farbstofffreiem Haushaltswaschmittel und ist zufrieden, ein anderer Teil hält die Reinigungsleistung der Spezialmittel für besser.
Wer ein Waschmittel für Mikrofasertücher nach einem Test auswählen will, findet Händler- und Creator-Vergleiche, aber keinen Labortest. Einen unabhängigen Vergleich zwischen Spezialwaschmittel und zusatzfreiem Flüssigwaschmittel unter gleichen Bedingungen haben wir nicht gefunden, und Stiftung Warentest misst bei Waschmitteln keine Saugfähigkeit von Detailing-Tüchern. Ehrlich eingeordnet heißt das: Die Entscheidung folgt dem Rückstand im Tuch, nicht einem Testergebnis.
Zusatzfrei heißt flüssig und ohne Weichspüler, Bleiche und optische Aufheller. Pulver meiden Koch-Chemie und die Verbraucherzentrale Hamburg aus einem konkreten Grund: Pulverwaschmittel können Zeolithe enthalten, feine mineralische Wasserenthärter, die sich nicht auflösen. Übersetzt: Sie bleiben als Staub zwischen den Fasern hängen, und ein Tuch, das Staub trägt, legt ihn beim nächsten Wisch wieder auf Lack und Glas.
Ein Punkt, bei dem die Empfehlungen auseinandergehen, ist Duft. Koch-Chemie rät für Mikrofaser zu duftfreien Mitteln, und für Haushaltswaschmittel empfehlen wir unter Tücher & Mikrofaser ebenfalls Varianten ohne Duftstoffe. Das SONAX-Waschmittel enthält laut Sicherheitsdatenblatt Parfum. Wer auf duftfreie Wäsche Wert legt, sollte das vor dem Kauf wissen.
Bei Temperatur, Schleudern und Trockner widersprechen sich die Herstellervorgaben, die Spanne reicht von 30 °C ohne Trockner bei INNOVACAR bis 60 °C bei den Tüchern von THE COLLECTION.
SONAX gibt den Feinwaschgang bei 40 °C und 600 Umdrehungen vor und schließt Weichspüler aus. INNOVACAR begrenzt auf 30 °C und 600 bis 800 Umdrehungen und schließt den Trockner aus. CarPro nennt das Schon- oder Synthetikprogramm mit 40 bis 60 °C. Auf der Tuchseite gibt THE COLLECTION seine Tücher bis 60 °C frei. Für dein Tuch zählt dessen eigenes Etikett.
Maßgeblich ist, wie im Praxistipp oben, die engere der beiden Vorgaben. Beim Trocknen sind sich die Hersteller einiger: Luft oder die niedrigste Trocknerstufe, weil hohe Hitze die feinen Faserenden verkleben kann. Ein verklebtes Tuch fühlt sich glatt an und nimmt kaum noch etwas auf.
Auch bei der Menge gehen die Vorgaben auseinander. SONAX verweist auf seine Mischtabelle, CarPro nennt 50 ml pro Maschinenladung, INNOVACAR staffelt 40, 60 oder 80 ml je 2,5 Kilogramm Wäsche nach Verschmutzung. Bei hartem Wasser empfiehlt INNOVACAR mehr. Aus allgemeiner Waschchemie lässt sich das erklären: Kalk bindet einen Teil der waschaktiven Stoffe. Im Alltag heißt das: Wer in einer Region mit kalkreichem Wasser wäscht, liest die Dosiertabelle bis zur letzten Zeile.
Sortenrein heißt die zweite feste Vorgabe. SONAX schreibt vor, Tücher immer nach Einsatz getrennt und nie zusammen mit Polierscheiben zu waschen. Glas, Lack, Felge und Polierpads bilden damit eigene Ladungen. Programmwahl, Temperatur und die Frage nach dem Weichspüler behandelt unser Ratgeber Mikrofasertücher waschen Schritt für Schritt.
Ob ein solches Waschmittel auch Polierpads reinigen darf, legt jeder Hersteller selbst fest, und die Freigaben reichen vom Einweichbad bis zur reinen Handwäsche.
CarPro gibt sein Mittel ausdrücklich für Pads frei: 50 ml auf 10 Liter Wasser, mindestens eine Stunde einweichen. INNOVACAR sieht für Pads die Handwäsche vor. SONAX beschreibt sein Waschmittel für Mikrofasertücher und Polierscheiben, verbunden mit der oben beschriebenen Trennung nach Einsatz.
Dass Tücher und Pads getrennt laufen, hat einen naheliegenden Grund. Ein Polierpad trägt angetrocknete Politur und damit Schleifkorn, das in einer gemeinsamen Ladung im Flor der Tücher landen kann. Ein Tuch, das danach über frisch polierten Lack geht, soll genau das nicht mitbringen.
Auf der Pad-Seite sieht es vorsichtiger aus. Der Koch-Chemie-Expertenblog rät von der Maschinenwäsche von Polierpads ab, weil sich der Kleber zwischen Schaum und Klett lösen kann. RUPES beschreibt für seine Pads die Reinigung mit Druckluft und einem Pad-Werkzeug, eine Waschfreigabe haben wir dort nicht gefunden. Die Regel lautet deshalb: erst die Pflegeangabe des Pads lesen, dann das Waschmittel wählen.
Im Sortiment steht mit dem SONAX PROFILINE Microfibre Wash 1000 ml / 1 Liter ein Hochkonzentrat, das SONAX für Tücher und Polierscheiben beschreibt. Großgebinde führen wir auf einer eigenen Fläche: Mikrofaser-Waschmittel im Kanister.
Ausgehärtete Coatingreste bekommt kein Waschmittel beliebig wieder heraus, deshalb gehören Tücher, die ein Coating abgenommen haben, direkt nach der Arbeit ins Einweichbad.
Coatings sind darauf ausgelegt, auf dem Lack auszuhärten, und im Tuch tun sie dasselbe. Ein Tuch wie das THE COLLECTION "Allround / Coating 300" legst du nach dem Abnehmen deshalb nicht in den Wäschekorb bis zum nächsten Waschtag, sondern gleich in einen Eimer mit warmem Wasser und Waschmittel. Hat die Schicht im Flor erst angezogen, bleibt dem Tuch nur noch der Abstieg zu gröberen Arbeiten.
Für die Kaufentscheidung heißt das: Wer ohne Wachs, Versiegelung und Politur arbeitet, kommt mit zusatzfreiem Flüssigwaschmittel und sauberer Sortierung oft aus. Tücher, die Wachs, Detailer, Politur oder Coating gesehen haben, bekommen das Spezialmittel und bei Bedarf das Einweichbad. Ein Versprechen, dass ein Spezialwaschmittel die Saugfähigkeit messbar länger erhält, kann bisher niemand mit einem unabhängigen Test belegen, und wir geben es deshalb auch nicht.
Die Sortierung beginnt schon beim Neukauf. Der Koch-Chemie-Expertenblog rät, neue Tücher vor dem ersten Einsatz zu waschen und dunkle neue Tücher getrennt von hellen zu halten. Ein frisch gekauftes Tuch geht damit nicht direkt aus der Verpackung an den Lack, und die Sortierung nach Farbe kommt zur Sortierung nach Einsatz hinzu, bevor das erste Tuch überhaupt Pflegereste gesehen hat.
Das Suchinteresse an Mikrofaser-Waschmittel ist in Deutschland im Frühjahr am höchsten und im Spätherbst am niedrigsten. Unsere Deutung: Wer im Frühjahr poliert und versiegelt, füllt den Wäschekorb mit genau den Tüchern, für die dieses Waschmittel gebaut ist. Trockentücher, die nur Wasser aufgenommen haben, gehören in die Ladung mit Flüssigwaschmittel; wer mit Trockenhilfe arbeitet, sortiert sie zu den Pflegetüchern.
Das Waschmittel ersetzt die Sortierung nicht. Ein Glastuch, das mit den Wachstüchern in derselben Trommel lief, trägt den Film beim nächsten Einsatz als Schleier auf die Scheibe, egal wie gut Waschmittel und Glasreiniger sind. Deshalb laufen Glastücher wie das SONAX PROFILINE MicrofaserTuch "Glas" in einer eigenen Ladung, und das Spezialwaschmittel bekommt nur die Tücher, die es wirklich brauchen.
Zu viel Auswahl? Lass dir bei Mikrofaser-Waschmittel helfen:
Mikrofaser-Waschmittel ist ein flüssiges Spezialwaschmittel für Mikrofasertücher, je nach Hersteller auch für Polierpads. Die Hersteller entwickeln es gegen Rückstände aus Wachs, Polituröl, Detailer und Coating, die sich im Flor festsetzen. Gewaschen wird ohne Weichspüler. Ein Beispiel ist der SONAX PROFILINE Microfibre Wash, den SONAX für Tücher und Polierscheiben beschreibt.
Für Tücher, die nur Wasser, Glasreiniger oder leichten Staub gesehen haben, halten Meguiar's und ZOLLNER ein zusatzfreies Flüssigwaschmittel oft für ausreichend. Stecken Wachs, Detailer, Politur oder Coating im Tuch, raten CarPro, SONAX und The Rag Company zum Spezialmittel. Einen unabhängigen Vergleichstest beider Wege gibt es nicht, deshalb entscheidet der Rückstand im Tuch.
Es gilt die niedrigere Angabe aus Waschmittel und Tuch-Etikett. SONAX gibt 40 °C im Feinwaschgang vor, INNOVACAR höchstens 30 °C, CarPro 40 bis 60 °C im Schonprogramm. THE COLLECTION gibt seine Tücher bis 60 °C frei. Programm, Trocknen und Weichspüler behandelt unser Ratgeber Mikrofasertücher waschen ausführlich.
Nach der Tabelle des Herstellers, nicht nach dem Messbecher des Haushaltswaschmittels. SONAX verweist auf seine Mischtabelle und beziffert einen Liter Hochkonzentrat mit 50 Wäschen. Bei starker Verschmutzung empfiehlt SONAX ein Einweichbad aus warmem Wasser und 50 ml Waschmittel. Überdosieren bringt nichts, denn Waschmittelreste im Tuch landen als Film auf Lack und Glas.
Nur, wenn Waschmittel und Pad es erlauben. CarPro gibt sein Mittel für Pads frei, mit 50 ml auf 10 Liter Wasser und mindestens einer Stunde Einweichzeit. INNOVACAR sieht für Pads die Handwäsche vor. Koch-Chemie rät von der Maschinenwäsche ab, weil sich der Kleber lösen kann. Tücher und Pads wäschst du nie gemeinsam.
Wachs- und Detailer-Reste löst ein Mikrofaser-Waschmittel laut Herstellern, bei starker Beladung nach einem Einweichbad. Ausgehärtete Coatingreste lassen sich dagegen nicht beliebig auswaschen. Tücher, die ein Coating abgenommen haben, gehören deshalb direkt nach der Arbeit in warmes Wasser mit Waschmittel und nicht bis zum nächsten Waschtag in den Wäschekorb.